Heilsame Handlungen


Grundsätzlich wird im Buddhismus nicht zwischen `gut´ und `böse´, `richtig´ oder `falsch´ unterschieden, sondern der Fokus unserer Aufmerksamkeit richtet sich auf heilsames oder unheilsames Handeln. Es geht darum, vor allem die Folgen unserer Handlungen auf andere zu erkennen und zu verstehen. Aus der Einsicht der wechselseitigen Bedingtheit aller Phänomene entspringt die Achtsamkeit gegenüber anderen und sich selbst.

Ausgangspunkt ist die in den Vier Edlen Wahrheiten formulierte Unvollkommenheit alles Seienden und deren Überwindung. Die Übung des ethischen Verhaltens, als einem der drei Teile des edlen achtfachen Pfades, bedeutet den eigenen Geist und in der Folge das eigene Verhalten ethisch zu schulen. Diese Schulung geschieht nicht durch blindes und bedingungsloses Einhalten von Regeln oder Vorschriften, sondern durch eigenverantwortliches Handeln unter Berücksichtigung des Geschehens. Zum Beispiel ist es nicht in jedem Falle heilsam, die reine Wahrheit zu vermitteln, wenn Ort oder Zeit dafür unpassend sind. In diesen Fällen kann Wahrheit auch Unheilsames bewirken.

Wir sind daher gefordert, unseren Geist ständig zu schulen, um zu tieferer Einsicht über das heilsame oder unheilsame Wirken unseres Handelns zu gelangen.

Dass die fünf buddhistischen Ethikregeln (Silas) auch als Übungsweg für alle buddhistischen Laien – ordinierte Nonnen und Mönche unterliegen darüber hinaus einer viel größeren Anzahl von Regeln – zu verstehen sind, ergibt sich schon aus der Einleitung jeder einzelnen Regel, die mit den Worten „Ich verspreche mich darin zu üben, ...“ beginnt.

Die fünf buddhistischen Ethikregeln lauten:

Ich verspreche mich darin zu üben, keine fühlenden Wesen zu töten oder zu verletzen!

 

Ich verspreche mich darin zu üben, mir nicht Gegebenes nicht zu nehmen!

 

Ich verspreche mich darin zu üben, meine Sinne verantwortungsbewusst zu gebrauchen und niemandem durch sexuelles Fehlverhalten zu schaden!

 

Ich verspreche mich darin zu üben, meine Worte achtsam zu gebrauchen und auf die Wirkung meiner Rede zu achten!

 

Ich verspreche mich darin zu üben, meinen bereits getrübten Geist nicht durch berauschende Mittel weiter zu verblenden!

 

Meditation

 

 

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