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25.10.2019

Sind Pflegeroboter und Menschenwürde vereinbar?

„Ethik und Ethos in der Klinischen Krankenhausseelsorge und in der Universitätsmedizin – Mit-Menschlichkeit in Technologie und Digitalisierung“ ist der Titel einer Seminarreihe der Med-Uni Wien.

 

Dabei standen gestern Abend im Hörsaal 5 die ethischen Aspekte bei der Nutzung von Assistenzsystemen im Sinne der Lebensstützung und Menschenwürde alter und gebrechlicher Personen zur Diskussion.

 

Dabei kamen auch Vertreter christlicher, jüdischer und buddhistischer Glaubensrichtungen zu Wort. Im Einleitungsreferat betonten Prof. Dr. Tanja Stamm und Dr. Claudia Oppenauer vom Institut für Outcome Research, assistive Technologien würden die Selbständigkeit älterer Menschen erhöhen und es ihnen ermöglichen, länger im häuslichen Umfeld zu verbleiben: „Zukünftig sollen technologische Innovationen kosteneffektiv zu einer nachhaltigen medizinischen und pflegerischen Versorgung beitragen.“ Trotzdem seien ältere Menschen derzeit nicht ausreichend mit diesen Technologien versorgt. Die Gründe seien sowohl ethische Fragestellungen wie Nutzung von und Zugriff auf personenbezogene Daten, Angst vor Überwachung sowie Unklarheiten in der Finanzierung. Prof. Dr. Stamm: „Aus diesen Gründen ist es essentiell, dass wir als Gesellschaft ethische und spirituelle Überlegungen zu diesen offenen Fragen anstellen und diese interdisziplinär diskutieren“.


Für ÖBR-Präsident Gerhard Weissgrab steht die Menschheit ständig vor neuen Entscheidungen, wie der wachsende technische Fortschritt heilsam eingesetzt werden kann: „Ziel dieser Entscheidungen muss aus ethischer Sicht immer das Wohl der einzelnen betroffenen Person sein.“ Hier könne es jedoch, gerade was alte und gebrechliche Menschen betrifft, leicht zu einem Interessenskonflikt mit Zielvorgaben wie Wirtschaftlichkeit und Profitabilität kommen. Man müsse jedoch immer die Kernfrage stellen: welcher Einsatz stärkt oder schwächt Lebensqualität und Menschenwürde? „Empathie, Mitgefühl, Wissen und Weisheit zählen hier sicher zu den wichtigsten Werkzeugen der Entscheidungsfindung“, so Weissgrab.

 

Redaktion und Foto: Manfred Krejci

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