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Vier Vertreter von etablierten Glaubensgemeinschaften in Österreich stellen sich demonstrativ hinter die Forderungen von Fridays for Future. V.l.n.r.: Enis Buzar, Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich; Gerhard Weissgrab, Präsident Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft; Maris Filipic, Fridays for Future; Michael Chalupka, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. Österreich; Stephan Turnovzsky, römisch-katholischer Jugendbischof in Österreich.
27.09.2019

Buddhismus for Future

Unter dem Motto „Schöpfung bewahren = Klima schützen“ stellen sich vier Vertreter von etablierten Glaubensgemeinschaften in Österreich demonstrativ hinter die Forderungen von Fridays for Future.

 

Rückendeckung erhält die Umweltbewegung von Gerhard Weissgrab, Präsident der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft (ÖBR), Stephan Turnovzsky, römisch-katholischer Jugendbischof in Österreich, Michael Chalupka, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. Österreich sowie Enis Buzar, Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich.

 

Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz bekräftigte ÖBR-Präsident Weissgrab diesen Schritt: „Das Klima beeinflusst die Natur. Wir alle sind Teil der Natur und von jedem Wandel, der dort stattfindet, mit betroffen – es führt daher kein Weg daran vorbei, endlich die volle Verantwortung für den Schutz dieser Natur zu übernehmen!“

 

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Die vier Glaubensgemeinschaften unterstützen die Anliegen von Fridays for Future und fordern die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft auf, den längst überfälligen Strukturwandel hin zu einer ökosozialen Politik und Wirtschaftsordnung endlich aktiv und mit aller Kraft umzusetzen.

 

Dazu Weissgrab in seinem Statement: „Der Buddhismus kennt keine Schöpfung – das buddhistische Weltbild geht davon aus, dass sich alles gegenseitig bedingt, das alles mit allem zusammenhängt und daher jeder Schritt, den wir tun, immer auch eine globale, um nicht zu sagen universale Wirkung hat. Um die daraus abzuleitende große Verantwortung tragen zu können, heißt das genau hin zu schauen was wirklich geschieht und daraus unsere Handlungsweisen abzuleiten.“

 

Für Weissgrab bietet die Lehre des Buddha keine einfachen Lösungen, weil es diese nicht gibt: „So wichtig auch jeder einzelne Schritt ist, so sehr brauchen wir immer den Blick auf seine Folgen für das Ganze.“

 

Und Weissgrab ergänzt: „Wir sollen erkennen, wo wir etwas ändern können und müssen und gleichzeitig für die unabwendbar auf uns zukommenden Veränderungen und Entwicklungen entsprechende Vorsorgen treffen. Wir brauchen aber auch Gelassenheit, um die richtigen Entscheidungen zu treffen und dürfen uns nicht radikalisieren lassen. Der buddhistische Weg ist ein Weg der Mitte, der sehr große Beständigkeit, Geduld und Ausdauer erfordert.“

 

Mit Religions for Future hat die globale Umweltbewegung in Österreich eine kraftvolle neue Stimme erhalten, die die Überfälligkeit und Dringlichkeit einschneidender Maßnahmen zum Schutz des globalen Ökosystems durch Politik und Gesellschaft einmahnt.

Maris Filipic von Fridays for Future fordert deshalb: „Für die Bekämpfung der Klimakrise müssen Kräfte aus Politik und Bevölkerung gebündelt werden. Die Klimakrise muss von Entscheidungsträgern öffentlich als Aufgabe höchster Priorität anerkannt werden. Dementsprechend müssen politische Entscheidungen für sofortige Handlungen getroffen werden, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren und nicht auf Wahlslogans.“

 

Im Rahmen der Pressekonferenz unterzeichneten die vier Vertreter der Glaubensgemeinschaften offiziell die Unterstützungserklärung für Fridays for Future und bekräftigten damit ihr Engagement für diese Klimaaktion.

 

Redaktion und Fotos: Manfred Krejci

facebook: Buddhismus in Österreich