Die Med-Uni Wien stellt ihr neues Studienjahr unter das Thema „Hoffnung und Medizin“.
In seinem Beitrag im Rahmen der schon traditionellen Interreligiösen Eröffnung wies ÖBR-Präsident Prof. Gerhard Weißgrab darauf hin, dass dieses Motto aus buddhistischer Sicht nicht als passives Warten auf ein Wunder zu verstehen ist, sondern als eine aktive geistige Ausrichtung, die eng mit Heilung, Akzeptanz und Mitgefühl verbunden ist.
In direktem Zusammenhang damit stünden auch Vertrauen und Gelassenheit: „Heilsame Hoffnung bedeutet die innere Gewissheit – Saddha – zu haben, dass man die Kraft besitzt, mit jeder Situation – ob Genesung, chronische Krankheit oder Lebensende – weise umzugehen. Es ist das Vertrauen in die eigene innere Resilienz, aber nicht zuletzt auch in die eigene buddhistische Praxis, den eigenen spirituellen Weg.“
Und er führte weiter aus: „Das buddhistische Postulat der Vergänglichkeit – Anicca – besagt, dass sich alles im ständigen Wandel befindet. Im medizinischen Kontext kann das auch eine enorme Quelle der Hoffnung sein: Krankheiten, Schmerzen und Krisen sind nicht statisch – sie verändern sich. Da alles im Fluss ist, besteht immer die Möglichkeit zur Besserung und zur Linderung von Symptomen, aber zugleich auch die Option zur Verschlechterung.“
Daraus leitet sich folgende Einsicht ab, die es als Weisheit umzusetzen gilt und die zugleich Hoffnung geben kann: „Das was dich stört, musst du ändern und das was du nicht ändern kannst, musst du annehmen!“


