Buddhismus:
Der Achtfache Pfad

Kopf einer Buddha-statueBagan)

Eine praktische Anleitung zur Lebensführung

Wie bei einem Rad mit acht Speichen sind alle Teile miteinander verbunden, jeder Aspekt ist gleich bedeutend.

Vier Symbole für die Vier Edlen Wahrheiten

Der Achtfache Pfad beschreibt den buddhistischen Weg,
der zum Erwachen (bodhi) und zur vollständigen Aufhebung des Leidens (nirvana) führt.

 

Er umfasst drei Bereiche:

  1. Weisheit, Einsicht, Erkenntnis (Pali: panna, Sanskrit: prajna)
  2. Ethisches Handeln (P. sila; S. shila)
  3. Meditation, Sammlung, Achtsamkeit (P. S. samadhi)

Sie werden in acht Teilen genauer beschrieben.

Der Pali-Begriff “sammā”

Im Palikanon wird jeder der acht Aspekte des Pfades mit dem Eigenschaftswort “samma” beschrieben. Traditionell wird “samma” mit “recht” im Sinne von “richtig” übersetzt, also z.B. “rechtes Handeln”, usw. “Samma” (genau wie das Sanskrit-Wort “samyañc”) hat jedoch viele Bedeutungen, woraus sich auch andere Übersetzungsmöglichkeiten ergeben, wie “angemessen”, “passend”, “vollständig”, “umfassend”, “achtsam”, u.a.

Die Acht Aspekte

Bei den acht Teilen des Pfades handelt es sich um ganz unterschiedliche Aspekte, deshalb bietet es sich an, für die Übersetzung ins Deutsche jeweils unterschiedliche Begriffe für “samma” zu verwenden.

 

  1. Umfassende Einsicht; vollständiges Verstehen
  2. der individuell “richtige” passende Entschluss, die Absicht und Motivation; auch “richtiges Denken”
  3. Achtsames Reden
  4. Angemessenes, heilsames Handeln
  5. Angemessener, geeigneter Lebenserwerb
  6. Angemessene, passende Anstrengung
  7. Umfassende Achtsamkeit
  8. Geeignete Meditation

Acht Teile – Drei Bereiche

  1. Panna: “Umfassendes Wissen”, “Weisheit” umfasst die ersten beiden Aspekte des Achtfachen Pfades [“Erkenntnis. Einsicht”]
  2. Sila beschreibt in drei Aspekten die ethischen Grundlagen für das Handeln: Achtsames Reden und Zuhören, angemessenes Handeln und passender Lebenserwerb. So soll anderen Wesen kein (oder zumindest möglichst wenig) Schaden zufügt werden.  [“ethische Lebensweise”]
  3. Samadhi, wörtl. “Einheit”, “Meditation” beschreibt die Schulung des Geistes in drei Teilen: Angemessene Anstrengung, umfassende Achtsamkeit und Meditation [“Samadhi”]

Wie die acht Teile des Pfades aufeinander bezogen sind, so fließen auch die drei Bereiche ineinander – sie bedingen einander. Das angemessene Handeln benötigt die Absicht zu Veränderung, Einsicht wird gefördert durch einen klaren Geist. Meditation wiederum gelingt leichter, wenn der Geist durch achtsames Handeln weniger zerstreut ist, und so fort.

Der Mittlere Weg

Folgenden zwei Extremen soll man nicht verfallen:
der Hingabe an die Lust der Begierden, …
und der Hingabe an die Selbstpeinigung, …

Ohne diesen beiden Extremen zu folgen,
hat der Vollendete den mittleren Weg erkannt, …
der zur Einsicht, zum Nirvāṇa führt. …

Welches ist dieser mittlere Weg?
Es ist der edle achtgliedrige Pfad.

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