Buddhismus:
Die ethischen Regeln (silas)
Die ethischen Regeln im Buddhismus sind keine “Gebote”, sondern werden als Übungsfelder verstanden.
Die ethischen Regeln für Laien (Pañca Sila)
- Abstand nehmen vom Töten oder anderen Schaden zuzufügen
- Abstand nehmen vom Stehlen (nicht nehmen was nicht gegeben wurde)
- Abstand nehmen vom Lügen (achtsames Reden)
- Abstand nehmen von sexuellem Fehlverhalten
- Abstand nehmen vom Gebrauch berauschender Mittel (Alkohol und Drogen)
Mönche und Nonnen haben zusätzliche Regeln (Ordensgelübde).
“Positive Samen säen”
Das Vermeiden von unheilsamen Handlungen allein reicht jedoch nicht aus, weshalb auch die Entfaltung von positiven Eigenschaften wichtiger Teil der Praxis ist.
Shila |
Vermeidung
|
Kultivierung positiver Eigenschaften |
| 1. Schutz des Lebens | Töten oder anderen Schaden zufügen | Mitgefühl (P. metta ), Schutz, Verantwortung |
| 2. Freigebigkeit | Stehlen, “nehmen, was nicht gegeben”, Ausbeutung | Großzügigkeit (P. dana ) und Ehrlichkeit |
| 3. Achtsame Beziehungen | Sexuelles Fehlverhalten | Hingabe, selbstlose Liebe, Respekt, Zuverlässigkeit. |
| 4. Wahrhaftigkeit | Lügen, Sprechen zur falschen Zeit | Heilsame Rede, achtsames Zuhören |
| 5. Klarheit des Geistes |
Sich betäuben, zerstreuen |
Achtsamkeit (P. sati ), Meditation, Bewusstheit |
Die Übungen der Achtsamkeit nach Thich Nhat Hanh
Der vietnamesische buddhistische Lehrer Thich Nhat Hanh (1926-2022) hat die Fünf Silas auf die Anforderungen des heutigen Lebens neu und umfassend interpretiert. Sie dienen als konkrete “Übungsfelder” im Alltag und sind ein Wegweiser für ein achtsames Leben.
- Ehrfurcht vor dem Leben
- Wahres Glück
- Wahre Liebe
- Liebevolles Sprechen und tiefes Zuhören
- Nahrung und Heilung
Vollständige Ausformulierung der Übungen der Achtsamkeit nach Thich Nhat Hanh



