Information über die aktuellen Bedingungen zur schrittweisen Öffnung unserer Tempel, gültig ab 15.5.2020

8.5.2020

 

Liebe Schwestern und Brüder im Dharma!


Einleitend einige grundsätzliche Anmerkungen und Klarstellungen. Der Begriff „Tempel“ in der Überschrift inkludiert alle offiziellen Räume, in denen buddhistische Praxis angeboten wird. Alle Verfügungen betreffend unsere spirituelle Praxis treten per 15.5.2020 in Kraft.

Auf Grund einer Nachfrage möchte ich kurz auf die Abläufe eingehen, wie jeweils alle Verordnungen entstanden sind und entstehen, von denen alle Religionen gleichermaßen betroffen sind. Dazu gilt festzuhalten, dass hier immer die „Plattform der anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften“ Gesprächspartner der Regierung ist. Die „Plattform“ selbst, steht ebenfalls – je nach Anlass – in einem ständigen Austausch und Abstimmungsprozeß. Damit ist bis jetzt sicher gestellt, dass alle Religionen von der Regierung gleich behandelt werden und auch intern bis jetzt immer die Bildung einer gemeinsamen Haltung aller Religionen den Wünschen der Regierung gegenüber sicher gestellt war.

Bereits vor der Schließung wurde am 12.3.2020 vom Bundeskanzleramt die „Plattform“ zu einer Krisensitzung einberufen, bei der die ersten Restriktionen gemeinsam vereinbart wurden. Es ist klar zu stellen, dass es sich bei allen diesen Maßnahmen um keinen Eingriff der Regierung in die Religionsfreiheit handelt, da alle Maßnahmen auf Grund gegenseitiger Vereinbarungen getroffen wurden. Es wurde auch immer wieder seitens der Regierung und vor allem auch des Kultusamtes betont, dass es keinerlei Eingriff oder Vorgaben über den Ritus einzelner Religionen geben kann. Neben den betroffenen Ministerien ist auch immer das Kultusamt begleitend bei allen Besprechungen und Entscheidungen mit eingebunden. Der Austausch beschränkt sich nicht nur auf gemeinsame Videokonferenzen sondern im Bedarfsfall kommt es auch zu Einzelgesprächen. Finalisierungen die zu allgemein gültigen Vorgaben oder Verordnungen werden, sind immer mit allen 16 anerkannten Religionsgemeinschaften abgestimmt. Einzelgänge einer einzelnen Religionsgemeinschaft gibt es bis jetzt keine und werden auch von unserer Seite keinesfalls angestrebt.

Oberstes Prinzip ist die Sicherheit unserer Mitglieder! Alle gemeinsam getroffenen Entscheidungen sind auf der Grundlage von Empfehlungen medizinischer Fachleute getroffen worden.

Unter dieser Prämisse sind folgende Vorgaben zu verstehen, die ein eingeschränktes wieder Öffnen unserer Tempel in Vereinbarung mit der Regierung ab dem 15. Mai 2020 möglich machen:

  1. Es muss eine Aufsichtsperson ernannt sein, die auf alle folgenden Vorschriften achtet und deren Einhaltung zu verantworten hat.
  2. Es müssen beim Eingang jeweils Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden, mit denen beim Betreten des Tempels die Hände desinfiziert werden müssen.
  3. Es besteht grundsätzlich im Tempel für alle Teilnehmer die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.
  4. Grundsätzlich darf sich im Tempel pro 10qm Grundfläche nur eine Person aufhalten. Das heißt z.B. bei einer Grundfläche des Tempels von 50qm maximal 5 Personen.  
  5. Zusätzlich zu dieser Richtlinie für die Maximalanzahl müssen diese Personen einen 2m Abstand zueinander einhalten.
  6. Gegenstände, welche mehrfach und regelmäßig berührt werden, wie z.B. Türklinken, müssen regelmäßig desinfiziert werden.
  7. Es gilt ein Verbot gemeinsamer Konsumation im Vorraum von Tempeln und im Vor- oder Nachfeld von Praxisabenden.
  8. Da vor allem das Chanten, Rezitieren und Sprechen als besonders große Gefahrenquellen einer möglichen Ansteckung gelten, wird die dringende Empfehlung gegeben, solche Praktiken nach Möglichkeit ganz zu vermeiden oder zumindest massiv einzuschränken.

Für den Fall, dass ein Tempelraum an andere/fremde/externe Gruppen oder Nutzer vergeben werden, gelten grundsätzlich dieselben Bedingungen und die vermietende Gruppe trägt hier eine wesentliche Mitverantwortung. Diese Verantwortung besteht in erster Linie natürlich schon aus buddhistisch-ethischer Sicht. Sie ist aber auch deshalb besonders zu beachten, da aufgrund der §§ 178, 179 StGB im Falle einer Infektion die Gefahr eines strafrechtlichen
Vergehens im Sinne eines Gefährdungsdeliktes drohen kann.

Im Namen des gesamten Präsidiums bedanke ich mich für Eure Sorgfalt und hoffe, dass trotz dieser, für manche sicher sehr einschränkenden Vorgaben, eine langsame Rückkehr zu einer spirituellen Praxis möglich wird. Es ist garantiert, dass diese Vorgaben immer wieder evaluiert und angepasst werden. Wünschen und hoffen wir alle, dass diese Anpassungen immer mehr in die Richtung der völligen Aufhebung gehen können.

in Verbundenheit   

Präsident Gerhard Weissgrab und Generalsekretär Heinz Vettermann

 

Anbei mehrsprachige Informationen zu Verhaltensmaßnahmen im Zusammenhang mit Coronavirus.

https://www.integrationsfonds.at/newsbeitrag/covid-19-aktuelle-information-zu-oeif-integrationsangeboten-5338

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